©2018 - Gemeinschaftspraxis für Ganzheitliche Zahnheilkunde und Integrative Zahnmedizin Dr. Bernadette und Dr. Bernd Burghartswieser
Digitales Röntgen in der Zahnarztpraxis Verständlicherweise wird die ärztliche/zahnärztliche Röntgendiagnostik von vielen Patienten mit großer Skepsis betrachtet. Der auf den Körper einwirkenden Strahlenbelastung durch ein Röntgenbild muss ein erheblicher diagnostischer Wert für eine genaue Befunderhebung gegenüber stehen. Dies abzuwägen ist die Aufgabe eines verantwortlich agierenden Arztes/Zahnarztes. Der Einsatz digitaler Röntgenverfahren reduziert die Strahlenbelastung für den Patienten in der Regel erheblich reduziert die Umweltbelastung durch den Verzicht auf Entwicklungschemikalien, Bleifolien, Verpackungen etc. ermöglicht scharfe Röntgenbilder, welche in einem Bildbearbeitungsprogramm je nach diagnostischer Fragestellung optimiert und ausgewertet werden können ermöglicht in der Regel eine sofortige Befundung der Aufnahme nach Anfertigung Röntgenbilder können an Patienten, Mitbehandler oder Weiterbehandler weitergegeben werden Röntgendiagnostik dient dem Auffinden pathologischer Prozesse, welche auf Dauer die Immunabwehr des Körpers überfordern können, auch wenn keine akuten Schmerzen oder Beschwerden vorliegen (”Silent Inflammation”) . Ein lokaler Entzündungsprozess im Mund- und Kieferbereich kann aber auch Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit haben . Natürlich dient die Röntgendiagnostik auch der Planung und optimierten Durchführung therapeutischer Maßnahmen, wie z.B. die Abschätzung und Reduzierung der Risiken bei operativen Maßnahmen ( Zahnentfernungen, Implantationen etc.) 3-D Röntgen - Digitale Volumentomografie (DVT) Eine Weiterentwicklung des zweidimensionalen digitalen Röntgens stellt die hochauflösende drei- dimensionale Darstellung des Befundbereiches durch die Digitale Volumentomografie (DVT) dar. Häufig ermöglicht erst die dreidimensionale Darstellung mittels DVT pathologische Prozesse oder Restentzündungen im Knochenbereich bei unklaren chronischen Beschwerden zu erkennen. Die Position von Metallresten oder sonstigen Fremdkörpern im Knochen lassen sich milimetergenau darstellen und ermöglichen eine schonendere und risikoärmere Entfernung . Bei komplizierten Zahnentfernungen können Nachbarstrukturen besser geschützt werden und das Operationsrisiko veringert werden. (z.B. Nervverletzungen, Kieferhöhleneröffnungen u.v.a.m.) In der Implantologie ermöglicht die dreidimensionale Bildgebung eine optimale Planung der Implantatposition für eine erfolgreiche und risikoarme Implantateinheilung. Außerdem können die gewonnenen Informationen zur Herstellung von auf den 3-D Daten basierenden Bohrschablonen verwendet werden. Damit kann die am Computer geplante Position des Implantates auch geführt im Mund reproduziert werden. Die Vorteile und Möglichkeiten einer Digitalen Volumentomografie (DVT) sind beeindruckend. Zu beachten ist allerdings eine erhöhte Strahlenbelastung im Vergleich zu zweidimensionalen Röntgen- verfahren. Deshalb muss der Arzt immer eine individuelle rechtfertigende Indikation” für die Notwendigkeit der Anfertigung eines DVT`s stellen . Strahlenbelastung in der Zahnarztpraxis Wir möchten Ihnen nun noch ein paar Informationen geben, damit Sie die Größenordnung der in der Zahnarztpraxis durch Röntgenuntersuchungen verursachte Strahlenbelastung besser einordnen und bewerten können. Die Strahlenbelastung , der wir regelmäßig ausgesetzt sind, setzt sich aus den natürlich vorhandenen und den zivilisationsbedingten Strahlungsquellen zusammen, ca. 4,1mSv oder 4100µS ca. 2100µS natürliche Strahlenbelastung (kosmische Strahlung, terrestrische Strahlung, Inhalation von Radon, Aufnahme durch Nahrungsmittel) ca. 2000µS zivilisatorische Strahlungsbelastung ( Medizin , Tschernobyl, Kernwaffentests, Flugreisen, berufliche Tätigkeiten, fossile Energieträger, Kernkraftwerke, Industrieprodukte etc.) Eine Erhebung aus dem Jahre 2006 ergab eine hohe Zahl an Röntgenuntersuchungen im Fachgebiet der Zahnmedizin. ( ca. 37% aller Röntgenuntersuchungen ) Der Anteil der Strahlenbelastung durch zahnärztliche Röntgenuntersuchungen lag verglichen mit den anderen Fachbereichen damals bei lediglich 0,2% . Trotz der hohen Anzahl der veranlaßten Röntgenuntersuchungen im Bereich der Zahnmedizin ist die Strahlenbelastung der Bevölkerung durch die zahnärztliche Röntgendiagnostik vergleichsweise niedrig. Kommen wir jetzt von der allgemeinen Risikobewertung zur individuellen Risikobetrachtung zahnärztlich röntgenologischer Diagnostik. Auf Grund der Vielzahl der auf dem Markt verfügbaren Röntgengeräte kann die Strahlenbelastung der einzelnen Röntgenverfahren nur näherungsweise ins Verhältnis gesetzt werden. Unserer Meinung nach dennoch eine gute Information zur Risikobewertung . Strahlendosis nach Aufnahmeart (Zahnmedizin) Zahnfilmaufnahme (Einzelzähne) ca. 5µS Panoramaaufnahme (Orthopantomogramm - alle Zähne) ca. 10 - 20µS Fernröntgenaufnahme ( Kieferorthopädie) ca. 10µS Digitale Volumentomografie 3D-Aufnahme (DVT) ca. 50 - 100µS CT- Computertomogramm Kopf ca. 500 - 1000µS Bei einem Flug von Frankfurt nach New York beträgt die Strahlenbelastung laut Bundesamt für Strahlenschutz (2003) durch kosmische Strahlung ca. 150µS. Rauchen und Strahlenbelastung Raucher setzen sich durch die erhöhte Inhalation von Radon einer erheblichen Strahlenbelastung aus. 1 Zigarette entspricht der Strahlenbelastung von einem Zahnfilm, also ca. 5µS Bei einem täglichen Konsum von durchschnittlich 10 Zigaretten (ca. 50µS) kommt es zu einer monatlichen Strahlenbelastung durch das Rauchen von ca. 1500µS, d.h ca. 18 000µS jährlich. Dies entspricht etwa dem 9-fachen der natürlichen Strahlenbelastung ( ca. 2100µS ) ca. 20 Computertomogrammen ca. 180 DVT-Aufnahmen ca. 900 Panoramaaufnahmen ca. 3500 Zahnfilmaufnahmen