©2018 - Gemeinschaftspraxis für Ganzheitliche Zahnheilkunde und Integrative Zahnmedizin Dr. Bernadette und Dr. Bernd Burghartswieser
Obwohl bereits 2007 die europäische Kommision feststellte, dass das Einatmen von Quecksilberdampf aus zahnmedizinischem Amalgam die Hauptquelle der Quecksilberexposition in Industrieländern ist, stuft die Bundeszahnärztekammer den Gebrauch von Amalgam bis heute weiter als unbedenklich ein. Das hat seinen Grund ! Würde Amalgam als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden, müssten die Krankenkassen für die Kosten der Amalgamalternativen und die Sanierung der bisher vorhandenen Amalgamversorgungen aufkommen. Das könnte die “finanzielle Stabilität des Gesundheitssystems” beeinträchtigen. Genauso wie die immensen Kosten für den Rückbau ausgedienter Atomkraftwerke nicht in den Strompreis eingerechnet wurden, werden auch die Folgekosten für die Behandlung chronisch erkrankter Amalgamfüllungsträger nicht bei der Bewertung des kostengünstigen Füllungsmaterials Amalgam berücksichtigt, geschweige denn in der Gesamtbilanz des Gesundheitssystems Berücksichtigung finden. Während die Bedenken der Bevölkerung über gesundheitliche Auswirkungen des Amalgameinsatzes am Menschen, weil wissenschaftlich unbelegt, irrational sind, führen die festgestellten “Umweltschädigungen durch Quecksilberrückstände” zu einem Umdenken in der Füllungstherapie. !!!??? Warum, wenn das Material doch so unbedenklich ist ? Bei den Verhandlungen zu dem internationalen Minamata Abkommen einigte man sich auf eine “Phase- Down-Strategie” für zahnärztliches Amalgam. Der Sinn dieser Strategie kann eigentlich nur darin bestehen, sich ohne Gesichtsverlust und mediale Beachtung aus der Amalgamproblematik und deren Verharmlosung in den letzten Jahrzehnten “ohne zeitliche Vorgabe” zu verabschieden. Auch das Scientific Committee of Health and Environmental Risks (SCHER) attestiert dem Quecksilber im zahnärztlichen Amalgam eine vergleichsweise geringe Gesundheits- und Umweltgefährung, da nur im Falle eines “Worst-Case-Szenarios” auf lokaler Ebene Risiken für die Gesundheit und Umwelt nicht ausgeschlossen werden können. Bei allen Ausführungen wird ausschließlich eine Risikobewertung unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Auswirkungen bei der Verarbeitung von Quecksilber und der möglichen Risiken für die Umwelt vorgenommen. Im Vordergrund der Bewertung stehen ausschließlich Verarbeitungskriterien, Haltbarkeit und Kosten der Amalgamanwendung. (siehe auch Fazit der Studie) In dieser Betrachtungsweise spielt bedauerlicherweise der Mensch als Amalgamträger und “Dauersondermülldeponie” für Quecksilber keine Rolle. Quecksilber ist für die Umwelt und die darin existierenden Lebewesen eine Bedrohung. Für das biologische System Mensch - unbedenklich. Ein für uns menschenverachtender und für die “Kostenbilanz des Gesundheitssystems” langfristig fataler Standpunkt .
Wissenschaft - Orginalarbeit (Stand 2015) Funktionszeit von initialen Amalgamfüllungen nach zehn und mehr Jahren T. Retzlaff , P. Gängler DZZ-Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift - 2015; 70(1) pp 33-42