©2017 - Gemeinschaftspraxis  für Ganzheitliche Zahnheilkunde und Integrative Zahnmedizin Dr. Bernadette und Dr. Bernd Burghartswieser
Die    aktuellen    wissenschaftlichen    Forschungen    haben    bei    der    Entstehung    der    Parodontitis    eine    neue Gewichtung    der    ursächlichen    Faktoren    ergeben.    Nach    dem    derzeitigen    Stand    betrachtet,    werden    der Immunabwehr   und   dem   Einfluss   des   Rauchens   eine   deutliche   höhere   Bedeutung   bei   der   Entstehung   einer Parodontitis beigemessen, als dem Vorhandensein von Bakterien. “Hauptursache der Parodontitis ist ein gestörtes Immunsystem.” (2009) Professor Dr. Ulrich Schlagenhauf Präsident der Deutschen Gesellschaft  für Parodontologie Liegt   eine   Störung   des   Immunsystems   vor,   handelt   es   sich   nicht   ausschließlich   um   einen   lokalen   Prozess, sondern   das   Immunsystem   wird   immer   als   Ganzes   aktiviert,   dabei   laufen   immer   die   gleichen   Mechanismen ab. Bei der Parodontitis handelt es sich dabei um eine “Multisystemerkrankung” ! Mundgesundheit    und    Gesundheit    des    übrigen    Körpers    können    bei    der    immunologisch    akzeptierten Betrachtungsweise   deshalb   aus   ganzheitlich-systemischer   Sicht   nicht   voneinander   getrennt   bewertet   werden. Auf    den    Einfluss    einer    Parodontose    auf    Allgemeinerkrankungen    wie    z.B.    Diabetes,    Arteriosklerose    und Herzerkrankungen     oder     die     Bedeutung     im     Zusammenhang     mit     Frühgeburten     wird     immer     wieder hingewiesen.     Dieser     Prozess     ist          allerdings     keine     Einbahnstraße.     Genetische     Faktoren,     wie     auch Veränderungen     z.B.     in     der     Immunabwehr,     der     Steuerung     des     Hormonsystems     oder     des     Säure- Basenhaushaltes      verändern      nachhaltig      das      interne      Milieu      und      damit      die      Reaktionslage      und Regulationsfähigkeit des Organismus. Bei     einer     ganzheitlich     systemischen     Zahnfleischbehandlung     (Parodontose-Behandlung)     sollten     diese Erkenntnisse besondere Beachtung finden .  
Im   wissenschaftlichen   Streit   hat   sich   im   19.   Jahrhundert   Louis   Pasteur   mit   der   Auffassung   durchgesetzt,   dass die   Mikrobe,   d.h.   der   Erreger   der   entscheidende   krankheitsauslösende   Faktor   ist   und   damit   die   Grundlage der   modernen   Mikrobiologie   und   unserer   “modernen”   Betrachtungsweise   der   Enstehung   von   Krankheiten geschaffen.   Allerdings   soll   Louis   Pasteur   auf   dem   Sterbebett   seinem   Kontrahenten   Recht   gegeben   haben   mit der Formulierung : “ Das Milieu ist alles, die Mikrobe ist nichts.” Erst     die     wissenschaftlichen     Untersuchungen     der     letzten     Jahrzehnte     bestätigen     die     bahnbrechenden wissenschafltichen   Erkenntnisse      von      Pierre   Jacques   Antoine   Béchamp   zur   Bedeutung   des   Milieus   bei   der Entstehung von Krankheiten. Der     Hauptansatz     der     universitär     gelehrten     Parodontitis-Behandlung     liegt     im     Wesentlichen     in     der Bekämpfung     der     bakteriellen     Besiedlung     und     der     Beseitigung     des     sogenannten     “Biofilms”     mit unterschiedichen   Methoden.   (   z.B.   durch   chirurgische   Verfahren   mit   Unterstützung   z.B.   durch   Lasereinsatz, photodynamischer Therapie, lokaler und systemischer Antibiose ) Eine    ganzheitlich-systemische    Parodontitisbehandlung    gewichtet    die    Therapiemöglichkeiten        anders    und berücksichtigt    die    Erkenntnis,    dass    die    Parodontitis    eine    Multisystemerkrankung    ist.    Eine    ganzheitliche Parodontitisbehandlung   ist   deshalb   auch   Milieutherapie ,    um   die   Reaktionslage   und   Regulationsfähigkeit des Patienten zu verbessern. Wenn   man   weiss,   dass   ein   gestörtes   Immunsystem   und   Rauchen   die   dominante   Rolle   beim      Entstehen   einer Parodontose   darstellen,   warum   erfolgt   dann   die   Therapie   der   Erkrankungen   des   Zahnhalteapparates   fast ausschließlich in der chirurgischen und pharmakologischen Bekämpfung der bakteriellen Belastung ? In   Kombination   mit   den   konventionellen   Verfahren   ist   die   Verbesserung   des   internen   Milieus   des   Patienten unserer   Meinung   nach   unabdingbare   Voraussetzung   für   eine   dauerhafte   langfristig   stabile   Aushehilung   des parodontalen Gewebes. Die   Verbesserung   des   internen   Milieus   durch   bewußte   Veränderung   der   Lebensweise   des   Patienten   führt auch   zu   einer   Verbesserung   der   immunologischen   Reaktionslage   des   “Wirtes”   Mensch   gegenüber   bakteriellen Belastungen.